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Urlaub in Travemünde zu Zeiten von Thomas Mann

Thomas Mann Urlaub Travemünde

 

Thomas Mann verbrachte viele Sommertag mit seiner Familie in Travemünde. Auch in seinen Werken finden zahlreiche Episoden in dem Ostseebad statt. So beginnt eine der schönsten Passagen in seinem Roman Buddenbrooks mit den Worten:

Nach Travemünde geht es immer geradeaus.

Wir wollten herausfinden, wie denn ein Urlaub damals in Travemünde eigentlich geplant wurde und wie teuer der Aufenthalt eigentlich war. Für das Jahr 1912, also genau 11 Jahre nach der Veröffentlichung der Buddenbrooks haben wir folgende interessante Fakten und Preise herausgefunden.

 

Badekarren: Hiermit wurde die Herrschaften Anfang des 20 Jahrhunderts ins Meer gefahren.

 

Schon eine Ortsbeschreibung von Travemünde aus einem Reiseführer machte schon damals Geschmack auf Meer:

Die Zahl der Badegäste beträgt jährlich ca. 13.000. Milch und Molkenkur. Das Ufer ist sanft abgeflacht, der Badestrand feinsandig, der Salzgehalt einer der stärksten der Ostsee. Der ganze Badeort ist mit Kanalisation, Gas und elektrischem Licht und durch Duellwasserleitung mit vortrefflichem Trinkwasser versehen. Bei der Wohnung des Turmwärters eine vierhundertjährige Ulme, wohl die schönste in Deutschland. Beim Leuchtturm eine Station zur Rettung Schiffbrüchiger.“ 

 

Hotel: Eine Übernachtung im Hotel de Russie – Vorderreihe – im Doppelzimmer kostet 2 1/2 Mark.

Kurtaxe: Für den Aufenthalt bis zu 10 Tagen bezahlte 1 Person insgesamt 3 Mark – eine Familie bis 3 Personen insgesamt 5 Mark. Eine Saisonkarte in Travemünde kostete 7 1/2 Mark.

Baden: 1 kaltes Seebad für Erwachsene kostete 40 Pfennig, für Kinder unter 10 Jahren und Dienstboten 20 Pfennig. Für die Benutzung eines Badeanzugs kamen weitere 25 Pfennig, für ein Handtuch 10 Pfennig und für eine Badekappe nochmal 10 Pfennig oben drauf.

Badezeit: Die Badezeit war in der Hochsaison gestaffelt von 6:00-13:00 Uhr und von 14:30-20:00 Uhr. Kaum zu glauben, die Dienstbooten hatten eine eigene Badezeit von 15:00-16:30 Uhr.

Miete für Strandstühle: Ja, so nannte man die Strandkörbe damals. Ein Einsitzer kostet damals 3 Mark für die ganze Woche und 10 Mark für den ganzen Monat. Ein „Zweisitzer“ kostet 4 Mark pro Tag und 12 Mark für den Monat.

Zum besseren Verständnis: Ein Reisführer kostet ca. 2 Mark und das Durchschnittsgehalt lag im Jahre 1912 bei ca. 70 Mark.

 

*Sonnige Grüße, Ihr Strandbutler-Team.