Fachkräftemangel an der Ostsee

Fachkräfte Mangel Ostsee

 

 

Das Wort ist bereits seit einigen Jahren in aller Munde und führt immer wieder zu politischen und auch emotionalen Diskussionen. Obwohl viele Statistiken den Fachkräftemängel bereits belegen können, gibt es immer wieder krititische Stimmen, die nur eine Strategie der Wirtschaft vermuten, die Politik zu zwingen, weiterhin günstige Arbeitskräfte aus dem Ausland zu rekrutieren. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich, wie so oft, in der Mitte, denn nicht alle Branchen sind gleichermaßen vom Fachkräftemangel betroffen.

Die Tourismusbranche ist nicht mehr 1.Wahl

Die Tourismus- und Gastronomiebranche scheint allerdings eine der betroffenen Industriezweige zu sein, die händeringend auf der Suche nach qualifizierten Personal sind. Vor allem bei den Ausbildungsberufen scheint es große Nachwuchsprobleme zu geben, denn immer weniger Jugendliche entscheiden sich für eine Ausbildung als Koch, Hotelkaufmann/frau & Co. Laut Studien hat die Branche stark an Attraktavität verloren und Jugendliche interessieren sich kaum noch für die Ausbildungsangebote. In erster Linien sollen Faktoren, wie z.B. lange und unregelmäßige Arbeitszeiten und die schlechte Bezahlung, Jungendliche von einer Bewerbung abhalten.

Auch die Demographie spielt eine Rolle

Zudem darf man bei einer Diskussion über diese Thematik nie vergessen, dass die demografische Entwicklung in vielen Gemeinden fast schon dramatische Züge angenommen hat. Die Argumentation, dass Jugendliche sich für „körperliche und ansträngende Arbeitstätigkeiten“ mittlerweile zu schade sind, greift hier einfach zu kurz, denn die absolute Menge an Jungendlichen, die in Ausbildungsberufe gehen ist einfach gesunken. Als Konsequenz spürt die Branche also auch ein Rückgang der eingehenen Bewerbungen. Des Weiteren streben immer mehr Jungendliche ein Studium an, das in ihren Augen bessere Gehalts- und Karrierechancen bietet.

Bezahlbarer Wohnraum bleibt eine Herausforderung

So ist es nicht verwunderlich, dass sich auch in der Tourismusbranche an der Ostsee eine deutlicher Fachkräftemangel abzeichnet, dem nun auch die Politik entgegnen möchte. Da geeignetes Personal häufig nur durch Zuzug von außerhalb gewonnen werden kann, ergibt sich eine neue Herausforderung – geeigneten Wohnraum für die neuen Arbeitskräfte aus dem In- und Ausland in den jeweiligen Gemeinden und Ortschaften zu finden. Der „Deutsche Immobilienboom“ ist auch an der Ostsee nicht vorbeigegangen und Kauf- und Mietpreise ziehen seit Jahren an. Da ist es nicht verwunderlich, dass die größte Herausforderung für Neuankömmlinge, das Finden einer bezahlbaren Wohnung ist. In den Sommermonaten wird in den Küstenorten nahezu jeder verfügbare Quadratmeter an Feriengäste vermietet, was die Suche zusätzlich erschwert.

Bewegung ist gefragt

Für viele Saisonarbeiter bleibt da nur eine Unterkunft in einem Wohnwagen auf dem Campingplatz, die man sich dann manchmal auch noch mit jemanden teilen muss. Gepaart mit langen und unregelmäßige Arbeitszeiten, einer befristeten Beschäftigung für ein paar Monate, lässt sich hier wohl nicht das Profil eines „Traumjobs“ ausmachen. Da sollte es uns nicht verwundern, dass Nachwussorgen aufkommen, um die sich hoffentlich bald alle beteiligten Akteure kümmern, denn Eines scheint für die nächsten Jahre außer Frage zu stehen – der heimische Tourismus an Nord- und Ostsee wird in den nächsten Jahren erstmal wachsen.