Die 5 lustigsten Regeln der deutschen Strand- und Badeordnung

Lustige Regeln am Strand

Es ist wohl unstrittig, dass die Deutschen im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn recht regelwütig sind und gerne zahlreiche Satzungen und Regelwerke zu Papier bringen, auf die man sich später berufen kann. Dieses Bedürfnis nach Regeln erstreckt sich auf alle Lebensbereiche und macht auch vor dem Strand keinen Halt. Die Gemeinden können für ihre Strandabschnitte eine Strand- und Badeverordnung festlegen, auf die sich z.B. Kontrolleure oder andere Gemeindemitarbeiter berufen dürfen. Wir haben uns auf die Suche nach einigen lustigen Verordnungen gemacht, von denen Sie bestimmt noch nichts wussten.

Ostseebad Binz: Der Bau von Strandburgen ist nur unter Auflagen zulässig

§ 5 der Strand- und Badeverordnung im Ostseebad Binz:

“Strandburgen dürfen nicht höher als 0,30 m und in ihrem obersten Durchmesser nicht größer als 3,50 m sein. Das Graben von Löchern und Tunneln ist verboten.”

Strandbutler Tip 1: Bringen Sie bei Ihrem nächsten Strandbesuch ein Maßband mit, um auf der sicheren Seite zu sein. Fraglich ist nur, wie man Sand auftürmen soll ohne ein Loch zu graben.


Auch der Absatz 3 sollte beachtet werden, denn die Verwendung anderer Materialien, als Sand, ist strengstens untersagt.

“Strandburgen sind nur mit Sand, ohne Verwendung fester Bestandteile wie Treibholz, Steine, Bretter u. ä. zulässig.”

Strandbutler Tip 2: Zusätzlich zum Maßband sollten Sie auch unbedingt ein Sieb einpacken, um sicherstellen zu können, dass sich keine Steine in Mauern ihrer Sandburg verirrt haben.


Binz: Strand und Steine dürfen nur für den eigenen Bedarf mitgenommen werden

Besonders interessant ist auch der Paragraph 13 der Satzung, der die Entnahme von Sand und Steinen regelt. Wussten Sie eigentlich, dass Sie schon Sand und Steine mit nach Hause nehmen dürfen? Es darf aber nur für den eigenen Bedarf sein, Sie sollten sich damit handeln.

(2) Insbesondere ist verboten: 1 f) das Entnehmen von Sand und Steinen am Strand über den eigenen Bedarf hinaus.

Sollten Sie diese Regeln mißachten, können Sie laut Satzung des Strandes verwiesen werden und müssen dann wohl smollend den anderen Badegästen beim Sonnen- und Ostseebad zusehen. Die Gemeinde Sylt geht sogar noch einen Schritt weiter und erhebt Geldstafen von bis zu 1000€ für das illegale Errichten von Sandburgen. Das kann der Urlaub schnell teuerer als geplant werden.


Amrum: In Strandburgen zu übernachten ist untersagt

Die Gemeinde Nebel auf Amrum geht nicht ganz so strikt mit dem Bau von Strandburgen um, untersagt aber das Nächtigen in ihnen.

Im Strandabschnitt ist es untersagt, d) in Strandkörben und Burgen zu übernachten;

Da die Gemeinde im Gegensatz zu Binz keine Maximalhöhe für Strandburgen schreibt, kann es ja auch schnell mal passieren, dass man zu hoch und zubreit baut und sich anschließend denkt – da spare ich mir doch das Geld für die Übernachtung im Hotel und schlafe einfach in meiner selbstgebauten Burg.


Hinterlassen Sie keine Spuren in Zingst

Die Gemeinde Zingst hingegen, besteht darauf, dass die Urlaubsgäste vor ihrer Abreise die Grabungen und Bauten rückgängig machen. Der Paragraph 8 besagt Folgendes:

Grabungen am Wellenschlag/Wasserkante sind vor Verlassen des Strandes einzuebnen.

Planen Sie also ausreichend Zeit an, wenn Sie an der Wasserkante mit Grabungen oder dem Bau von Burgen starten. Diese mathematische Formel sollte Ihnen bei der richtigen Kalkulation helfen: Zeit Beseitigung der Grabung = Zeit für die Grabung / (Anzahl der vorhandenen Füße + Anzahl der vorhandenen Hände). Mit dieser Formel sind Sie bei einem Besuch der Gemeinde Zingst auf der sicheren Seite.

 

*Sonnige Grüße, Ihre Strandbutler-Team.